Die Vision

Uralte Funde von Musikinstrumenten wie eine 40.000 Jahre alte Knochenflöte zeigen: Musik begleitet uns Menschen seit Jahrtausenden, schenkt uns Heilung, Verbundenheit und Kraft.

Über Jahrtausende wurde Musik aus dem Augenblick gelebt, sie wurde nicht aufgeschrieben, sondern mündlich weitergegeben, diente dem Ausdruck aller Aspekte der Lebendigkeit, verband uns in Ritualen mit den höheren Ebenen des Seins.

In dieser Zeit stand der unmittelbare Ausdruck des Menschen im Vordergrund, es gab kein notiertes Werk, dem der Mensch gerecht werden wollte. Musik war elementarer Teil des Gemeinschaftslebens und quasi ein Geburtsrecht der Menschen.

Lebensklang möchte Räume schaffen, in denen wir diese unsere ursprüngliche Musikalität erforschen und leben können, in denen wir eintauchen in den gemeinsamen Resonanzraum, in ein achtsames Aufeinander-Hören und in denen wir uns verbinden mit der Kraft unseres wahrhaftigen Ausdrucks.

Drei Grund-Erfahrungen der Verbundenheit

Wenn wir uns unserer natürlichen Musikalität neugierig und herzensoffen zuwenden, kann sie uns drei tiefe Grunderfahrungen der Verbundenheit schenken:

1. Den eigenen Ausdruck finden

In einem geschützen und wertungsfreien Rahmen den eigenen Ausdruck zu erforschen, kann eine zutiefst heilsame Erfahrung sein. Wir kommen in Kontakt mit Anteilen, die wir im Alltag verborgen halten oder um die wir manchmal selbst gar nicht wissen. Wir können unserer Zartheit begegnen, können unsere Kraft erleben, können auf Wildheit, Stille oder Leichtigkeit treffen, die nun gehört werden dürfen. Gerade weil wir oft früh im Leben die Erfahrung von Bewertung gemacht haben, mussten wir lernen, bestimmte Bereiche unseres natürlichen Ausdrucks zu verbergen. Diesen Anteilen Raum zu schenken, kann zu einem tiefen Erleben von Ganzheit, zu Heilung und Integration führen.

2. Achtsames Hören

Wenn wir uns nur um den eigenen Ausdruck kümmern, bleibt unsere Begegnungsfähigkeit unvollständig; es ist, als würden wir nur ausatmen, ohne einzuatmen. Und so ist das Lauschen, das Hin-Hören auf die Resonanz in der Begegnung die zweite Hälfte des Kreises, die unsere Begegnungsfähigkeit vollständig macht. Daher ist das neugierige Erforschen des Hörens und die Vertiefung unserer Wahrnehmungsfähigkeit der zweite wesentliche Schritt zu tiefen und eingestimmten Begegnungen – mit uns selbst, mit unserem Gegenüber und mit dem Leben selbst.

3. Etwas Neues entsteht…

Wenn wir aus diesen beiden Qualitäten – unserem wahrhaftigen Ausdruck und dem achtsamen Lauschen auf unser Gegenüber – in Begegnung gehen, entsteht etwas Drittes, Unbekanntes, das man nicht planen kann: es öffnet sich ein Resonanzraum. In diesem Raum wird Begegnung zu einem Spiel, einem Tanz, einer lebendigen Improvisation. In einer solchen Begegnung können Individualität und Verbundenheit gleichzeitig gegenwärtig sein – eine zutiefst heilsame Erfahrung.

Und so bringt uns unsere natürliche Musikalität letztlich in Verbindung mit den Grundqualitäten, die uns ermöglichen, in tiefe und nährende Begegnungen einzutauchen.